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Chronik

Entstehung der Freiwilligen Feuerwehr Varel

Vorstand und Führung

Die Freiwillige Feuerwehr Varel entstand aus der Turnerfeuerwehr des Vareler Turnerbundes die im August 1865 die Gründung einer Turnerfeuerwehr sowie die Bildung eines Steigerkorps beschlossen. Mit dieser Aufgabe wurde der der Turnerrat betraut. Nach mehreren Gründungsversuchen wurde die Feuerwehr trotz Wiederstände 1881 gegründet. Zu dieser Zeit gab es im Großherzogtum erst zwei Feuerwehren. Jeder Turner wurde verpflichtet der Turnerfeuerwehr beizutreten. Am 5.Februar 1881 fand dann eine konstituierende Versammlung der Freiwilligen Turnerfeuerwehr statt. Die Wehr existierte jetzt und die Mannschaft war 85 Mann stark. Jedoch hatten die zu diesem Zeitpunkt keinerlei Geräte und Ausrüstungen. Nun mussten Mittel für die Ausrüstungen beschaffen werden. Und das geschah auf verschiedenen wegen.Die Vareler Bürgerschaft und Feuerversicherungsgesellschaften spendeten, und auch die Wehrmänner griffen in die eigene Tasche.

                                                                                                                                                      Leiterzug auch Steigergruppe genannt

Bereits im Gründungsjahr hielt die Feuerwehr ihren ersten Feuerwehrtag ab. Zu diesem Anlass wurden alle Feuerwehren im Großherzogtum eingeladen. Die Straßen wurden reich geschmückt und die Menschenmassen begleiteten die Mannschaften vom Bahnhof zum Butjadinger Hof. Es folgten dann Übungen der Vareler Wehr und des Oldenburger Steigercorps. Dann folgte ein Festmarsch durch die Straßen Varels zum Vereinslokal. Nach fröhlich verbrachten Stunden kam die Zeit des Abschieds. Um 9.00 Uhr wurde dann angetreten um die Gäste zum Bahnhof zu geleiten und zu verabschieden.1882 wurde dann im Speisesaal des Oldenburger Bahnhofs unter der Leitung von den Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr des Oldenburger Turnerbundes der Verband gegründet. (Oldenburgischer Feuerwehrverband) am 25. Juni fand dann die erste Deligiertentagung statt, bei dem der Vareler Kamerad Springer in den Vorstand gewählt wurde

Am 6. August fand dann der erste Verbandstag statt die Vareler Wehr war mit 36 Mann vertreten. Die Ausrüstung zu diesem Zeitpunkt: 1Handdruckspritze, 3 Hanfschläuchen je 10 Meter lang mit Messingverschraubungen, 2 Pumpenstangen, 1 Tasche aus Leder mit Gerät, 1 Tau zum ziehen, 9 Hanfeimer, 2 Schraubenschlüsseln, 1 Achs-Mutterschlüssel, 1 Zange zum zusammendrehen der Schläuche, 1 großes Segel das über Gebäude gezogen würde um es nass zu halten um so das Gebäude vor Feuer zu schützen, so wie 2 Laternen.

Schlauchzug                                                                                                        Hydrantenzug 

Der Brandmeister Spinner stellte am 15. August den Antrag auf einer neuen Spritze und zwei Wasserwagen. Die Kosten sollten sich auf 2400 Mark belaufen. Der Hauptmann der Turnerfeuerwehr Her Funke bemerkte, das er noch 350 Mark vorhandenes Geld hätte und somit die Kosten sich auf 2050 Mark belaufen würden. Ein ergebener Antrag wurde gestellt. Mehrere Angebote standen zur Auswahl den Zuschlag bekam aber die Fa. Lois Tidow aus Hannover da hier die Spritze auf 1.425 Mark runter gehandelt werden konnte. In seiner Sitzung am 24. August beschloss der Stadtrat das die Feuerspritze und der Wasserwagen angeschafft werden sollten. Die alten Spritzen II und III sollten Außer Dienst gestellt und verkauft werden.

Die Spritze

Gemeindespritze von Lois Tidow, Hannover

Bei der Spritze  handelt es sich um eine auf Federnruhende, 14 - 16 Mann zur Bedienung, mit Wasserwurf von 350 Liter pro Minute bei 55 - 60 Doppelhub, mit Doppelhahn für die Druckschläuche, eine Strahlweite von 33 - 36 Metern, Höhe 25 - 28 Metern, dazu im Preis inbegriffen 4 x 2 Meter Saugschlauch mit Verschraubung,1 Seiher und Schutzkorb, 4 x 15 Meter Druckschlauch mit Verschraubungen, 2 Strahlrohre, 4 Mundstücke, 1 Deichsel, 2 Schwengel, Hammer ,Ölkanne, Zanke, 2 Druckstangen, und die nötigen Schlüssel. Der Zylinder hatte einen Durchmesser von 132 mm, und 5 Jahre Garantie. Der Wagen war ganz aus Schmiedeeisen gefertigt. Die Lieferzeit betrug 4 - 5 Wochen. Am 3. November wurde die Spritze abgenommen und sie überstieg allen Erwartungen. Mit der Spritze schafften 14 - 16 Mann die Förderleistung einer Tragkraftspritze.

Der große Wasserwagen       

Mit seinen 1100 Litern Fassungsvermögen wog der Wasserwagen zwei Tonnen. Er hatte zwei Vorzüge: 1. Er konnte eine erhebliche Wassermenge transportieren, und 2. Der Wasserwagen hatte ein eigenes Fahrgestell und war wahlweise einsetzbar für Pferdezug oder Mannschaftszug.

Am 13. Januar 1931 feierte die Feuerwehr ihr 50 jähriges Jubiläum. In dem Jahr bekam die Feuerwehr einen Mannschaftswagen der auch als Zugfahrzeug für die kleine Motorspritze genutzt wurde. Die kleine Motorspritze musste bis dahin von 8 Mann gezogen werden. Der Mannschaftswagen wurde für 250 Mark gebraucht gekauft.

Da es in den Unterlagen der Feuerwehr Varel keinerlei Aufzeichnungen über Kriegseinsätze gibt, wird an dieser Stelle auf Unterlagen aus der Chronik der Feuerlöschpolizei Kniphausen und Sillenstede zurückgegriffen. Nachlesbar in den Buch Chronik, was bei der Feuerwehr Varel erworben werden kann.

Am 9. September 1949 fand dann die erste "Generalversammlung" der freiwilligen Feuerwehr Varel statt. Es war die erste Wahl. Die nach der Zeit der Neosozialisten durchgeführt werden durften. Wehrführer für sechs Jahre wurde Hans Kater und als sein Stellvertreter wurde August Martens gewählt.

Es wurden durch das Kreisamt bzw. die Feuerwehr ab 1. April 1946 im Landkreis Friesland zwei sogenannte Krankentransport-Dienststellen eingerichtet, bei denen nunmehr alle hiesigen Krankentransportwagen stationiert worden. Eine nördliche Wache für Einsätze im Jeverland in der Stadt Jever in der dortigen Feuerwache und eine Wache für den südlichen Bereich in der Stadt Varel ebenfalls in der Feuerwache. Standort der Vareler Wache war "Am Markt" als hauptberufliche Einsatzkräfte stellte die Kreisverwaltung in Jever und Varel jeweils zwei Männer ein. Sie waren den damaligen friesländischen Kreisbrandmeister Rudolf Borchers unterstellt. Hier sind zu nennen: Emil Rabe, 1942 bis 1945 Fahrer des DRK Großeinsatzwagens in Varel und von Juli 1945 bis März 1946 Fahrer im DRK Krankentransport sowie August Dörhagen, Gerätewart der freiwilligen Feuerwehr Varel. Letzterer bezog auch eine Unterkunft im Feuerwehrgerätehaus. Die damit auch zur Meldestelle im südlichen Landkreis diente.

Feuerwehr Krankentransportdienststelle Varel

 

Um Geld in die Feuerwehrkasse zu bekommen, wurde das Feuerwehr Motorrad für 300 Mark verkauft. Das alte Benz-Feuerwehrfahrzeug wurde versteigert und sogar ein Fußballspiel gegen die Wirte wurde durchgeführt, das 130 Mark in die Kasse brachte. Die Einnahmen wurden für Dienstkleidung und Mützen verwendet. Da die meisten Gebäuden von Obdachlosen und Vertriebenen aus Holz waren "sogenannte Holzbaracken" und von daher besonders feuergefährdet sind, wurden in unmittelbarer Nähe Feuerlöschteiche errichtet. Ferner wurden die alten Bunker als Löschwasserzysternen benutzt. 1950 bot der Kreisbrandmeister Borchers der Wehr ein Tanklöschfahrzeug an. Das jedoch erst von der dänischen Besatzung freigegeben werden musste. Diese Sache zog sich allerdings bis 1955 hin. Dann fand im Feuerwehrhaus eine Versammlung statt, bei der verhandelt wurde, ob ein neues Tanklöschfahrzeug angeschafft werden sollte, oder ein Löschgruppenfahrzeug im klassischen SinnDa die Feuerwehrmänner es allerdings gewohnt waren als Gruppe auszurücken, (11 Mann) und dann die Vorstellung, mit nur drei Mann als Besatzung auszurücken, bereitete manchen Unbehagen. Die Feuerwehrkameraden sprachen sich dann grundsätzlich für die Beschaffung eines TLF 15, das einen Wassertank hat von 2.400 Litern aus. Man holte sich Informationen aus der Landesfeuerwehrschule Loy ein. Dort erfuhr man das Mercedes ein LF mit 1500 Litern Wassertank und einer Gruppenbesatzung baute. Solch ein Fahrzeug sollte angeschafft werden. Aber statt für ein Mercedes entschied man sich für ein Henschel LF 15 mit einen Tankinhalt von 800 Litern und 9. Mann Besatzung. Das Fahrzeug wurde dann unmittelbar nach den "Frankfurter Autosalon gekauft" 1961 wurde dann ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8 in Dienst gestellt. Bei dem Fahrzeug handelte es sich um ein Borgward, mit einer Pkw Maschine (Isabella Motor), so das der kleine Motor "ganz schön zu schleppen" hatte. Zu der Beladung mit hinten eingeschobener Lösch-Pumpe kamen noch neun Mann Besatzung. Nach der außer Dienststellung im Jahre 1981 wurde es an die Vareler Oldtimerfreunde übergeben.

 Fahrzeugübergabe im Oktober 1961


Ein Tanklöschfahrzeug erhielt die Feuerwehr dann doch noch, allerdings erst im Jahre 1963. Es handelte sich um ein gebrauchtes Flugplatzlöschfahrzeug, das die Ortswehr für 11000 DM von Flugplatz Upjever gebraucht kaufen konnte. Besonders wirkungsvolle und gute Dienste verrichte die auf dem Dach installierte „Wasserkanone". Das Fahrzeug konnte 3 Mann Besatzung und 3000 Liter Löschwasser mitführen.

 

Die Wasserkanone im Einsatz

 

 

Am 26. Oktober 1962, nachts gegen 2.30 Uhr, rutschte das LF 15-Henschel-Löschfahrzeug, das sich auf einer Einsatzfahrt befand, auf regennasser Straße gegen einen Bürgersteig, dann gegen einen Pfeiler und schließlich zwischen zwei Schaufenster eines Modehauses. Der Schaden an der Häuserfront belief sich auf ca. 5000 DM. Der Schaden am LF 15 war rund 15.000 DM. Vier Kameraden wurden leicht verletzt. Das Fahrzeug wurde von einer Karosseriebau Firma wieder aufgebaut und war dann noch bis 1987 im Einsatz. Jetzt ist es unser Oldie und in den Händen der Alterskameraden, wo es liebevoll gepflegt wird.

LF 15 nach den Unfall

 

Unser erstes Gerätehaus

Erbaut 1881 und bezogen.

  

War im Dienst bis 1976 und dient jetzt der niederdeutschen Bühne. (Das Hamburger Ohnsorg Theater nur kleiner aber genau so gut)

Der Neubau

1976 erfolgte dann der Neubau der auch 1976 bezogen wurde und bis heute im Dienst ist.

Die Ortsfeuerwehr Varel feierte ihr 100 - jähriges Jubiläum, mit einen Festakt in einen großen Lokal, einen Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr auf einen Sportplatz, einer Feuerwehrausstellung, einer Tagung des Oldenburgischen Feuerwehrverband, einen Festball und einen ökonomischen Gottesdienst. Weiterhin fand eine Tagung des Kreisfeuerwehrverbands, einen Frühschoppen, einen Festumzug durch die Stadt Varel und eine Feuerwehrschau mit Vorführungen einzelner Feuerwehren aus dem Kreisgebiet statt. Pünktlich zur 100 - Jahrfeier wurde ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 in Dienst gestellt. Dieses Fahrzeug ersetzte den alten Borgward. Mittlerweile wurde das LF 8 durch ein neues LF 10/6 ersetzt.

Gründung einer Jugendfeuerwehr

Langsam wuchs der Gedanke, eine eigene Jugendfeuerwehr zu gründen. Es wurden sogar Überlegungen angestellt, während des Zeltlagers der Kreisjugendfeuerwehr, anlässlich zum 100-jährigen Jubiläum in Varel zu gründen. Aber es sollte nicht so weit kommen. Hier traten organisatorische Probleme auf. So konnte nicht die Position des Jugendfeuerwehrwarts besetzt werden. Schließlich jedoch wechselte ein Kamerad aus einer anderen Feuerwehr zu uns, der dort schon eine Jugendfeuerwehr geleitet hat. Jetzt konnten die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt werden, und zum 1. Februar 1982 konnten sich Jugendliche zum Feuerwehrdienst anmelden. Die Jugendfeuerwehr wurde im Feuerwehrhaus Varel untergebracht. Am 15. 02. 1986 musste der Kamerad sein Jugendfeuerwehramt aus beruflichen Gründen zur Verfügung stellen. Mit sofortiger Wirkung wurde der Kamerad Hans-Dieter Onken gewählt. Zum 10-jährigen Jubiläum der Jugendfeuerwehr am 28. August 1992 wurde der Bundeswettkampf der Deutschen Jugendfeuerwehren auf Kreisebene im Waldstadion in Varel durchgeführt.

10 Jahre Jubiläumsfoto der Jugendfeuerwehr

Von Rechts nach Links der Jugendfeuerwehrwart mit seinen Stellvertretern ( Vierter von Links Hans-Dieter Onken Jugendfeuerwehrwart )

Am 4. Mai feierte dann die Jugendfeuerwehr Varel ihr 20- jähriges Bestehen im Feuerwehrhaus Varel. Am 12. Februar 2006, war unserere freiwillige Feuerwehr 125 Jahre alt geworden, diese konnte aber aus Organisatorischen gründen nicht an den tagen gefeiert werden. Der Termin wurde dann auf den 17. bis 21. Mai verlegt. Am Freitag den 17. Mai fand der Kommersabend, und am Samstag den 18. Mai die Oldtimer Ausstellung mit einem anschließenden Sternmarsch statt. Am Abend wurde dann mit einer Showband, die zum Tanz aufgespielt hat, der Tag abgerundet. Leider war an diesen Tag uns Petrus nicht wohl gesonnen, so das der Tag im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fiel. Aber die Moral wurde nicht getrübt bei den Feuerwehrkameraden. Der Sonntag begann dann mit einem Frühschoppen und Vorführungen. Das Mittagessen wurde aus der Gulaschkanone serviert.

 


Soweit ein Auszug aus der Chronik. Die komplette Chronik kann über die Feuerwehr Varel erworben werden.